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Provenienzforschung im Museum für Musikautomaten

Provenienzforschung bedeutet, die Herkunft und die Besitzgeschichte von Kunstwerken und Kulturgütern zu klären. Sie fragt danach, wo ein Objekt herkommt, wem es früher gehörte und unter welchen Umständen es in eine Sammlung gelangt ist. Für Museen ist dies eine zentrale Aufgabe. Provenienzforschung trägt dazu bei, historische Zusammenhänge sichtbar zu machen und Sammlungen transparent zu dokumentieren.

Ein besonderes Augenmerk gilt Kulturgütern, die in problematischen historischen Kontexten erworben wurden. Dazu gehören insbesondere Werke im Zusammenhang mit NS-Raubkunst sowie Objekte aus anderen historisch belasteten Erwerbssituationen. Ziel ist es, solche Bestände zu identifizieren, einzuordnen und den Umgang damit transparent zu gestalten.

Das Museum für Musikautomaten nimmt diese Aufgabe als Institution des Bundes in enger Abstimmung mit den anderen Bundesmuseen wahr. Die Provenienzforschung erfolgt im Rahmen der gemeinsamen Strategie des Bundesamts für Kultur.

Bisherige und laufende Arbeiten

Die Sammlung des MMA in Seewen ist aufgrund der spezifischen Eigenheiten des technischen Kulturguts ein komplexer Fall für die Provenienzforschung: Erwerbsumstände und Handwechsel wurden nur in wenigen Fällen dokumentiert. Museumsgründer Heinrich Weiss begann Anfangs der 1950er-Jahre Schweizer Musikdosen und andere Automaten zu sammeln. Im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 wurden weder von Heinrich Weiss noch von der Schweizerischen Eidgenossenschaft für die Sammlung Objekte angekauft.

Die Provenienzforschung zu den Sammlungen des Bundes wurde erstmals 1998 in einem Grundlagenbericht systematisch aufgearbeitet.

Das Museum für Musikautomaten hat die Dokumentation 2019/2020 überprüft und aktualisiert. Bei Objekten, zu denen weiterführende Informationen vorlagen (vor allem zu den Erwerbsumständen), wurden weitere Recherchen unternommen.

Die Aktualisierung dieser Erkenntnisse ist ein fortlaufender Prozess. Aktuell wird der Statusbericht in Abstimmung mit den anderen Bundesmuseen aktualisiert.

Archive und Forschungsmöglichkeiten

Die Sammlung des Museums für Musikautomaten verfügt über umfangreiche Archiv- und Dokumentationsbestände, die eine wichtige Grundlage für die Provenienzforschung bilden.

Das Museum stellt diese auch externen Forschenden zur Verfügung und unterstützt wissenschaftliche Recherchen nach Möglichkeit. Für weiterführende Informationen steht das Museum gerne zur Verfügung.

Dokumente: