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Mortier-Orgel

Mortier-Orgel im Foyer des Museums

Die im Museum für Musikautomaten seit Herbst 2008 zu bewundernde Mortier-Orgel (101 Spur) hat zwei Atlantiküberquerungen hinter sich und auch die USA bereits zweimal durchquert. Sie wurde von der belgischen Firma Mortier in Antwerpen um 1915 (Orgel Nr. 1010) für einen Einsatz als Tanzorgel in Belgien gebaut. In den 1970er Jahren wurde sie aus Belgien in eine Privatsammlung nach Ohio in die USA verkauft und von dort gelangte sie 1978 in eine andere Sammlung nach Kalifornien. Fassade und Orgelwerk wurden in Kalifornien komplett restauriert und auch das Musikrepertoire wurde auf rund 3000 Melodien ausgebaut. 2008 wurde die Orgel ins Museum nach Seewen transportiert.

Mortier-Orgeln

Theofiel Mortier (1855-1944) war ursprünglich Inhaber eines Tanzlokals, in dem eine Gavioli-Orgel spielte. Ab 1880 begann er die sich im Tanzlokal befindliche Orgel jeweils zu verkaufen. Er machte gute Geschäfte und wurde allmählich Orgelkaufmann und Importeur von Tanzorgeln Gaviolis. Damit Reparaturen an den gelieferten Orgeln ausgeführt werden konnten, eröffnete er eine Werkstatt mit Guillaume Bax als Werkstattmeister. Durch Probleme bei der Firma Gavioli wurden keine Aufträge von Mortier mehr entgegengenommen oder ausgeführt. Daraufhin baute Mortier ab 1898 selber Tanzorgeln. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Belegschaft bis etwa 80 Personen zu, die jährlich circa 20 Tanzorgeln herstellten. Insgesamt entstanden rund 600 Tanzorgeln und Orchestrien. Diese fanden in Tanzlokalen in Belgien und den südlichen Niederlanden Verbreitung. Die Firma existierte bis 1948.